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Uwe Gille 2006, Respiration, CC BY-SA 3.0 p> span>
Allgemeines Wissen zum Singen im Chor: Wikipedia Portal Chormusik
Eppendorfer Liederfreunde: Fragen und Antworten
Die Eppendorfer Liederfreunde sind ein sogenannter „gemischter Chor“ – das heißt, wir singen mit Frauenstimmen (Sopran, Alt) und Männerstimmen (Bariton) gemeinsam, also in gemischter Besetzung.
Die Liederfreunde sind ein „weltlicher“ Chor – also kein Kirchenchor. Wir singen zwar auch kirchliche Musik, aber eben nicht hauptsächlich.
Wir singen Chormusik: Stücke, die speziell für diese Mehrstimmigkeit komponiert oder gesetzt wurde. Das sind teilweise Chorwerke, die die im Original so komponiert sind, das ist aber auch populäre Musik, die speziell für den Chor umgearbeitet wurde – in der Popmusik würde man sagen „Cover-Versionen“.
Wir singen in unserer Freizeit zum Spaß. Dieser Spaß hat immer zwei Teile:
- Die Proben
Jeder weiß, dass er ein Instrument nur gut spielen kann, wenn er regelmäßig übt. Das ist beim Singen nicht anders, wenn man nicht nur irgendwie mitsingen will, sondern die Musik selbst gestalten will, sein Publikum erreichen will. Wir proben deshalb jede Woche knapp zwei Stunden, das ganze Jahr über.
Wir erleben, dass das zunehmend ungewöhnlich wird, aber es ist ungemein wertvoll und befriedigend: Wir treffen uns wirklich persönlich jede Woche und konzentrieren uns zwei Stunden auf eine gemeinsame Sache, die wir nur zusammen schaffen können, hören uns Kritik an, hören uns Wünsche und Empfehlungen an, werden gemeinsam besser, lernen immer wieder dazu. Dabei entsteht dann etwas, Momente in der realen Welt mit unserem Publikum, das auch persönlich da ist – Momente, die es sonst einfach nicht gäbe:
- Die Aufführungen
In den Aufführungen bringen wir alles zusammen: Wir stehen in einen Raum, der mitklingt und den Klang stark beeinflusst; wir singen darin so gut, wie wir nur eben können; wir haben Publikum, dem es gefällt, und immer bedeuten die Aufführungen etwas, Aussagen, die in den einzelnen Stücken angelegt sind und die wir als Gesamtbild zusammensetzen.
Manche Aufführungen sind Bestandteil einer größeren Veranstaltung, manche dienen wohltätigen oder vergnüglichen Zwecken, und manche Aufführungen sind unsere ganz eigenen mit nur unserem eigenen Publikum. Früher haben wir etwa alle 18 Monate ein Hauptkonzert gegeben, gerne in der Stadthalle oder in Aulen, mit zusätzlichen Solisten, und immer unter einem bestimmten Motto, das den roten Faden bestimmt und an dem sich der Programmaufbau ausrichtet. Diese Zeiten sind wohl vorbei, die Kosten und der Organisationsaufwand hierfür sind sehr gestiegen, das Interesse daran hat gleichzeitig abgenommen. Wir konzentrieren uns auf deshalb auf kleinere Formate, für die wir unser Repertoire ständig entwickeln und weiterentwickeln.
Wenn der Chor sich zur Probe trifft, "lernt" er. Die meiste Zeit verwenden wir mit Üben, damit ein Stück aufführungsreif wird. Dazu üben wir über Wochen nacheinander verschiedene Aspekte des Stücks, und wir lernen es immr besser kennen.
Die wöchentliche Probe beginnt, ähnlich wie beim Sport, mit Aufwärmübungen. Dabei singen wir kein bestimmtes Stück, sondern üben einige Techniken, die wir zum Singen brauchen - Tonabstände genau zu treffen, deutliche Aussprache, Tonwechsel, Atmen .... Atmen? Neben Hören ist Atmen für das Singen mit das Wichtigste, Stichwort Atemstütze, Körperspannung und Zwerchfellatmung – können Sie ja mal googeln.
Für diese technischen Aspekte findet man natürlich auch Gesangsunterricht, wenn man das intensiver üben und perfekter beherrschen will; den meisten Chormitgliedern reicht aber die Aufwärmübung aus. Kommt Zeit, kommt Übung.
Wir sind schon hauptsächlich zum Singen beieinander, mal abgesehen von Freundschaften, die es unter den Chormitgliedern natürlich gibt. Die ein oder andere Geselligkeit findet aber auch statt, und das tut der Gemeinschaft gut.
Siehe unten ("Was dieser Chor singt, würde ich mir nie anhören"). Zu uns gehört, was wir uns angeeignet haben. Der Vorher/Nachher-Effekt ist immer wieder schön und beeindruckend.
Die Geschmäcker sind verschieden, klar. Wenn aber die Qualität stimmt, und das tut sie bei uns, macht die Entdeckungsreise in andere Musik wirklich Freude, egal, wo der eigene Musikgeschmack sonst steht.
Musik an sich hat was. Entdecken Sie es, wie so viele, am besten, indem Sie singen, und Sie werden merken:
a) Sie erkennen es wieder
b) Sie beherrschen es mehr und mehr
c) Es macht Spaß, es hat Qualität, und Sie hören es gern
Wenn Sie das noch nicht erlebt haben – probieren Sie es aus.
Müssen Sie auch nicht. Einfach nur mitmachen, denn Musik kann man auch als Laie und weitab vom Weltklasse-Niveau machen, ohne niveaulos zu werden. (Laufen Sie gerne? Auch da sagen viele ja, obwohl sie sich niemals für Olympia qualifiziert haben.)
Ihre Lautsprecher oder Kopfhörer mögen ja noch so gut sein, aber mit dem Klangraum eines Kirche oder eines Konzertsaals können sie nicht mithalten. Fragen Sie mal ihren alten Physiklehrer …
Und vor allem: Live erleben Sie Musik anders – persönlicher, direkter, detailreicher, emotionaler, im echten Leben.
Übers Jahr sind unsere Einnahmen und Ausgaben ausgeglichen, es bleibt dabei also nichts übrig. Im Gegenteil, wir müssen immer wieder knapsen und sind für Spenden, die wir manchmal erhalten, sehr dankbar.
Vereinszweck ist der Chorgesang und, wie es so schön antiquiert heißt (der Chor stammt immerhin von 1900), „die Pflege des Liedguts“.
Proben, Konzerte und weitere gemeinsame Veranstaltungen organisiert und finanziert der Verein.
Die aktiven Chorsänger/innen sind Mitglieder des Vereins, derzeit gut dreißig. Außerdem haben wir eine Reihe von Fördermitglieder, die nicht aktiv singen.
Haupteinnahmequellen des Vereins sind Mitgliedsbeiträge, Konzerterlöse und Spenden. Der Verein ist gemeinnützig, also kann man die Spenden, die man dem Verein gibt, von der Steuer absetzen.
Mehr dazu: hier
Der Name zeigt den Ursprungsort, Eppendorf, südlich zwischen Bochum und Wattenscheid gelegen, Nachbarort von Höntrop, Dahlhausen, Linden, Munscheid, Weitmar und Hamme: Im Jahr 1900 entstand der damalige Männerchor, weil sich einige Sänger nicht mehr mit dem Evangelischen Männergesangverein in Eppendorf & Weitmar vertrugen, dem sie bis dahin angehört hatten. Soviel zur Geschichte.
Eppendorf liegt in Bochum, und die Stadtgrenzen zu Essen, Gelsenkirchen und Herne sind nicht weit. Aus all diesen Orten kommen auch unsere Mitglieder.
Mehr als 50 Sänger/innen sind wir nicht mehr, der Chor hat derzeit etwas mehr als 30 Aktive. Dennoch ist die ursprüngliche Antwort auf die Frage noch richtig:
Eigentlich schon, aber siehe („Ist der Chor nicht zu alt für mich?“):
1. Nachwuchs ist knapp
2. Männer sind knapp
Jede Chorstimme benötigt ein Gruppe von Sänger/innen, sonst erreichen wir keinen ausgewogenen Klang.
Viele kleine a-capella-Chöre sind da in einer anderen Lage: Dies sind oft geschulte Solo-Stimmen, die zusammen im Chor singen. Dort reicht ein geschulter Tenor oder Bass - bei uns nicht, auch nicht mit geschulter Stimme.
Es sind überraschend viele Einzelteile, die die Gesamtwirkung einer Musik ausmachen. Wenn diese nicht lange und in Ruhe geübt werden, erreicht man nicht die Sicherheit und Konzentration, die man im Konzert braucht, damit wirklich alles passt.
Ja, das wäre schon gut. Auch wenn es nicht immer geht.
Wir proben nicht in jeder Woche das ganze Programm, sondern nehmen uns gezielt bestimmte Teile vor. Fehlt man einmal, findet man wieder rein. Fehlt man häufiger, muss man sich schon anstrengen. Fehlt man regelmäßig, hat man einfach keine Chance.
Urlaub ist natürlich kein Problem, den gönnen wir uns auch.
Die Probe beginnt bewusst erst um 20 Uhr, und das lässt sich meistens auch mit den Arbeitszeiten vereinbaren.
Unser ältestes Chormitglied ist viele Jahrzehnte älter als unser jüngstes. Den Chor gibt es seit dem Jahr 1900 – seitdem ist es also immer wieder gelungen, sogenannten „Nachwuchs“ zu finden.
Ehrlich gesagt finden wir diese Altersspreizung auch interessant.
Andererseits - das Durchschnittsalter ist hoch. Woran liegt das, wo sind die Jüngeren? Spricht man mit anderen Chören und auch mit anderen Gruppen, stellt sich heraus, dass wir in der selben Situation sind wie viele andere:
1. Spaß als Dienstleistung
Das Bedürfnis, sich regelmäßig in Gruppen zu treffen und zusammen etwas zu machen, hat in Zeiten eines breiten Freizeit- und Unterhaltungsangebots stark abgenommen. Spaß ohne eigene Anstrengung, unverbindlich und auf Bestellung ist überall im Angebot, vor Ort, in den Medien, nicht zuletzt auf Social Media.
2. Männer?
Am ehesten beteiligen sich noch Frauen. Viele Männer interessieren sich privat noch für Sport, scheinen sonst aber alles Regelmäßige außer Haus zu meiden. Warum auch immer.
Wir wissen nur eins: Ist man erst mal dabei, ist das Alter kein Problem mehr. Das Regelmäßige auch nicht. Auch nicht als Mann.
Wir proben mit einem Klavier, und meistens ist auch ein Klavier oder Flügel das Instrument, das uns im Konzert begleitet.
Nein, nicht wirklich. Auch hier ist Hören und Erinnern das Ein und Alles, und der Blickkontakt zum Chorleiter.
Noten können aber helfen, sich an Details zu erinnern, und sie unterstützen die Genauigkeit.
Wenn man bisher gar nichts mit Noten anfangen kann, wird man lernen:
- Notensysteme bestehen aus mehreren Zeilen, für jede Stimme eine.
- Töne sind umso höher, je höher die Noten in der Zeile stehen.
- Töne werden durch bestimmte Zusatzzeichen höher oder niedriger, das Singen lauter oder leiser, langsamer oder schneller.
- Töne werden kürzer gesungen, je mehr an den Noten „dran ist“: Hals, Füllung, Fähnchen.
- Töne werden länger gesungen, wenn ein Punkt hinter der Note steht.
Nach etwas Gewöhnung ist das nicht komplizierter als das Lesen einer Nachricht.
Das übt sich. Die Stimme entwickelt sich, die Gesangstechnik, die Atemtechnik: alles Dinge, die man nach einer Weile beherrscht. Wir sind alle Laien – nur unser Chorleiter ist Profi.
Wichtigste Voraussetzung, singen zu können, ist aber, hören zu können, genauer: hinhören zu können. Schwierigkeiten, den richtigen Ton zu treffen, zu laut, zu leise, falsches Gefühl – wenn man sorgfältig hinhört, erkennt man nach einer Weile, wie es sein soll, und siehe da, nach einer weiteren Weile gelingt es einem auch selbst.
Bis ins Mittelalter ragen nur einige kirchliche Lieder zurück, die wir z.B. im Advent singen, und einige Volkslieder gibt es auch schon sehr lange. Barock (Händel, Bach) Klassik (Mozart, Beethoven), Romantik, Oper und Operette kann noch vorkommen, aber zwei Entwicklungen haben das in den Hintergrund treten lassen: Erstens haben sich die musikalischen Vorlieben weithin zu modernerer Musik entwickelt, geprägt durch Jazz, Pop, Rock usw., überwiegend auch englischsprachig. Zweitens sind wir – siehe „Von SATB zu SAB“ – durch den technischen Wechsel von vier auf drei Chorstimmen i.d.R. auf neuere Chorsätze angewiesen, die mehrheitlich eben auch bei modernerer Musik zu finden sind.
Bei der Auswahl legen wir Wert auf zwei Punkte:
1. Ist die Musik gut?
2. Kommt die Musik beim Publikum an?
Heikle Fragen.
Gibt es überhaupt gute und schlechte Musik? Jedenfalls gibt es technisch gute Kompositionen/Sätze und technisch weniger gute. Wir wählen die guten.
„Gut“ nennt man oft auch das, was den eigenen Geschmack trifft. Der eine findet diese Musik gut, der andere jene. Viele, die eine Weile im Chor gesungen haben, stellen aber fest, dass die persönliche Vorliebe nicht alles ist und sogar langweilig werden könnte. Nur Operette, nur Pop, nur Rock, nur Filmmusik, nur Gospel, nur Kirchenmusik, nur Romantik - das alles gibt es auch, und es ist etwas für Spezialisten.
Wir finden es dagegen spannend, wie verschieden diese Musiken „funktionieren“, wie verschieden sie ihre Wirkung erzielen. Und man merkt schnell: scheinbar Einfaches, oft gehört und mitgeträllert, ist oft nicht so simpel, wie es scheint. Abba, Udo Jürgens, Beatles: fein abgestimmte Uhrwerke, die man erst mal beherrschen muss.
Und dann: Langweilig vorgetragen wird auf der Konzertbühne alles wieder zu Brei. Es ist wie oft im Theater – man muss die Deutlichkeit fast übertreiben, damit beim Publikum das Richtige ankommt.
Musik verstehen wir Menschen sofort und unmittelbar – unser langsamer Verstand kommt immer erst später dazu und wundert sich. Erklären lässt sich der Spaß am Singen nicht gut. Besser ist es, ihn zu erleben. Sehen Sie sich z.B. mal diesen Kurzfilm von Thomas Grube an: Wann kommst du?
Eine noch bessere Antwort auf die Frage, wie der Spaß am Singen funktioniert, erhalten Sie natürlich, wenn Sie es selbst ausprobieren. Besuchen Sie z.B. eine Veranstaltung von Katrin Höpker:
Frau Höpker bittet zum Gesang (Singen macht glücklich)
Sehr empfehlenswert!
Damit stellt sich gleich die nächste Frage: Warum macht es Spaß, in einem Chor zu singen? ...
Auch wenn man sich alleine vielleicht nicht so gerne als Sänger oder Sängerin produziert (das muss man ja auch können): im Chor geht es fast immer gut.
Veranstaltungen wie die von Katrin Höpker („Frau Höpker bittet zum Gesang“) machen einem bewusst, wie viel Musik man im Kopf hat und mit etwas Unterstützung sofort produzieren kann.
Und jetzt die große Frage: Lässt man es dabei bewenden? Oder baut man es aus?
Es ist mit dem Singen wie mit allen anderen Fähigkeiten, die wir haben: Sie sind noch viel befriedigender, wenn wir sie geübt und trainiert haben, wenn wir sie in guter handwerklicher Qualität anwenden können, wenn wir damit Dinge tun können, die nicht alltäglich sind.
Und das bringt der Chor dabei:
- Singen, was man sonst nur gehört, aber niemals gesungen hätte
- Unterstützung bekommen und selber unterstützen
- Qualität, als Ergebnis gemeinsamer Arbeit
- Konzerte als Ziel- und Höhepunkte
- Spannung und Erfolg – es kommt auf jeden Einzelnen an
Das Wichtigste ist vielleicht, dass man hier selbst etwas schafft, was nicht mal so eben aus dem Ärmel geschüttelt werden kann.
Das Zweitwichtigste ist die Gruppe: der Chor, die Freunde und Helfer des Chores und das Publikum.
Allein dadurch, dass mehrere Leute, sogar ziemlich viele Leute zusammen an der selben Sache arbeiten, entsteht eine Gemeinschaft, von der man etwas hat. Etwas selbst zu machen zusammen mit Anderen bringt mehr Freude, als Fernsehen, Radio oder jeder für sich allein je produzieren könnte.
Dazu müssen wir zusammenarbeiten, uns zuhören, aufeinander zuarbeiten, andere einbeziehen - und siehe da, es liegt in der Natur des Menschen und macht ihn froh, manchmal sogar glücklich.
Singen Sie mit uns ...
Wenn Sie mitsingen wollen
Rufen Sie uns bitte an oder senden Sie uns eine E-Mail:
Kontaktadresse
Norbert Hasler
Telefon: (0234) 9430436
hallo@eppendorferliederfreunde.de
www.eppendorferliederfreunde.de